Longevity

Auf dem Weg zu einem längeren und gesünderen Leben.

Die Suche nach dem Jungbrunnen ist so alt wie die Menschheit selbst. Die Faszination für ein langes und gesundes Leben hat im Laufe der Geschichte zahlreiche Kulturen und Generationen inspiriert. Heutzutage erlebt das Konzept der „Longevity“ (Langlebigkeit) eine Renaissance, getrieben von wissenschaftlichen Fortschritten, einer wachsenden Gesundheitsbewegung und dem Wunsch vieler Menschen, ihr Leben zu verlängern und dabei vital zu bleiben.

Tech-CEO Bryan Johnson (45) aus dem Silicon Valley etwa hat das Ziel, biologisch wieder 18 Jahre alt zu werden. Um das zu erreichen, beschäftigt er 30 Ärzte und Experten. Diese sind überzeugt, ihn bereits fünf Jahre jünger gemacht zu haben. Indem sich Johnson vegan ernährt, jeden Tag eine Stunde trainiert – und neben anderer Nahrungsergänzungsmittel jeden Morgen 13,5 Milligramm Spermidin zu sich nimmt. Denn Spermidin soll, da sind sich Longevity-Anhänger einig, das Potenzial haben, das Leben zu verlängern. (vgl. Jennifer Köllen, GEO, 2023)

Das Beispiel mag extrem klingen, fest steht jedoch:

Die Forschung zur Langlebigkeit hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. Wissenschaftler und Mediziner haben ein tieferes Verständnis für die biologischen Prozesse des Alterns entwickelt. Sie haben entdeckt, dass Altern nicht einfach ein unvermeidlicher Abstieg ist, sondern dass es auf zellulärer Ebene viele Faktoren gibt, die den Alterungsprozess beeinflussen können.

Langlebigkeit ist jedoch nicht nur eine Frage der Genetik oder medizinischer Eingriffe. Der Lebensstil spielt eine entscheidende Rolle. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und der Verzicht auf schädliche Gewohnheiten wie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum können das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und anderen altersbedingten Krankheiten erheblich reduzieren.

Mentale Gesundheit ist ebenfalls von großer Bedeutung für ein langes und erfülltes Leben. Stressmanagement, soziale Verbindungen und geistige Aktivität können dazu beitragen, geistige Gesundheit und kognitive Funktion im Alter zu erhalten.

„Wir werden gar nicht sterben“, sagt de Aubrey de Grey im Interview mit dem Stern.

De Grey ist Biogerontologe und Mitgründer der „SENS Research Foundation“ – einer Non-Profit-Organisation, an der unter anderem die Universitäten Yale, Harvard und Cambridge beteiligt sind.  „Wir wollen Menschen nehmen, die, sagen wir, 50 oder 60 Jahre alt sind und noch keine erkennbaren Krankheiten aufweisen, und sie biologisch wieder wie einen 30-Jährigen aufstellen.“ Wenn die Menschen dann wieder biologisch 60 Jahre alt sind, wird das ganze wiederholt. „Allerdings haben wir dann ja Jahre gewonnen, um die Therapien besser zu machen, und aufs Neue viele gesunde Jahre gewonnen. Und so wird es kommen, dass Sie 60 Jahre alt sind, obwohl Sie bereits 150 Jahre auf dem Buckel haben.“ So soll ein ewiges Leben möglich sein.

Trotz der aufregenden Fortschritte in der Langlebigkeitsforschung werfen diese Entwicklungen auch ethische und gesellschaftliche Fragen auf. Wie wird der Zugang zu lebensverlängernden Technologien und Therapien verteilt sein? Welche Auswirkungen werden eine längere Lebensspanne auf die Arbeitswelt, die sozialen Sicherungssysteme und die Umwelt haben? Dies sind Fragen, die sorgfältig betrachtet werden müssen, um sicherzustellen, dass die Vorteile der Langlebigkeit gerecht und nachhaltig verteilt sind.

Während wir uns auf eine Zukunft vorbereiten, in der ein längeres und gesünderes Leben möglich ist, sollten wir auch die Verantwortung dafür übernehmen, wie wir diese zusätzliche Lebenszeit nutzen, um nicht nur unser eigenes Leben zu bereichern, sondern auch das Leben anderer und die Welt um uns herum. Es bleibt auf jeden Fall spannend!